Freebies Arbeitsrecht / Folge 8

Kostenlos

Zeugnis klingt gut, ist aber eine versteckte Abwertung?

Wie du die Notenformeln in deinem Arbeitszeugnis liest, was seit 2025 für digitale Zeugnisse gilt und wann du eine Korrektur verlangen kannst

Freebie kostenlos anfordern

Folge 8 als PDF. Trag dich ein, der Download startet sofort, den Link bekommst du zusätzlich per Mail.

Danke,

Dein Download startet. Falls nicht, nutz den Button. Den Link haben wir dir auch per Mail geschickt.

Freebie als PDF öffnen

Ein Arbeitszeugnis klingt fast immer freundlich. Welche Note drinsteckt, verrät meist ein einziger Satz zur Zufriedenheit.

Nach § 109 GewO muss dein Zeugnis wahr und wohlwollend sein und darf keine versteckten Botschaften enthalten. Seit dem 01.01.2025 darf es elektronisch kommen, aber nur, wenn du einwilligst.

Dieses Freebie gibt dir einen kurzen Decoder für die gängigen Notenformeln und zeigt dir, wie du ein fehlerhaftes Zeugnis berichtigen lässt.

Die wichtigsten Gesetze, einfach erklärt

§ 109 Abs. 1 GewO

Bei Ende des Arbeitsverhältnisses hast du Anspruch auf ein Zeugnis über Art und Dauer deiner Tätigkeit. Auf deinen Wunsch muss es auch Leistung und Verhalten bewerten.

§ 109 Abs. 2 GewO

Das Zeugnis muss klar und verständlich sein. Geheimzeichen oder Formulierungen, die etwas anderes aussagen als der Wortlaut, sind verboten.

§ 109 GewO

Das Zeugnis muss wahr sein und wohlwollend formuliert, damit es dein berufliches Fortkommen nicht unnötig erschwert.

§ 109 Abs. 3 GewO

Seit dem 01.01.2025 darf das Zeugnis elektronisch erteilt werden, wenn du einwilligst. Es braucht dann eine qualifizierte elektronische Signatur. Ohne Einwilligung bekommst du ein unterschriebenes Zeugnis auf Papier.

Deine Sofortmaßnahmen

Hake ab, was du schon erledigt hast. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert.

Diese Fragen solltest du dir stellen

  1. Welche der vier Notenformeln steht in meinem Zeugnis?
  2. Passt diese Note zu meinen Beurteilungen und Rückmeldungen?
  3. Fehlen Angaben zu Leistung oder Verhalten, obwohl ich ein qualifiziertes Zeugnis verlangt habe?
  4. Wird mein Verhalten nur gegenüber Vorgesetzten erwähnt, aber nicht gegenüber Kollegen?
  5. Habe ich einem elektronischen Zeugnis zugestimmt?
  6. Kann ich belegen, warum mir eine bessere Note als 3 zusteht?

Typische Fehler von Betroffenen

  • Sie lesen „zur Zufriedenheit“ als gute Note, obwohl es Note 4 bedeutet.
  • Sie halten „verlässt uns auf eigenen Wunsch“ für Kritik. Der Satz ist neutral.
  • Sie verlangen eine Note 1 oder 2, haben aber keine Belege für ihre Leistung gesammelt.
  • Sie akzeptieren ein elektronisches Zeugnis, ohne je eingewilligt zu haben.
  • Sie schicken ein fehlerhaftes Zeugnis mit Bewerbungen raus, statt es vorher berichtigen zu lassen.

Schritt für Schritt

  1. Fehler im Zeugnis schriftlich benennen und eine Berichtigung verlangen.
  2. Einen konkreten Formulierungsvorschlag mitschicken.
  3. Für eine Note besser als 3 Belege sammeln, etwa Beurteilungen, Zielvereinbarungen und Lob per E-Mail.
  4. Auf einem Papierzeugnis bestehen, wenn du dem elektronischen nicht zugestimmt hast.
  5. Bei Ablehnung rechtlichen Rat holen und eine Klage auf Berichtigung prüfen lassen.

Wichtig zum Schluss

Willst du eine bessere Note als 3, musst du deine Leistung belegen. Schlechter als 3 muss dein Arbeitgeber begründen. Viele Betroffene haben deutlich bessere Chancen, als sie zunächst glauben.

Rechtsanwalt Dr. Baran Kizil, Fachanwalt für Arbeitsrecht, LTMK Köln
Dein Ansprechpartner

Dr. Baran Kizil

Fachanwalt für Arbeitsrecht · Partner bei LTMK Recht & Steuern, Köln

Du steckst gerade in genau dieser Situation? Schick die Unterlagen. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung, welche Chancen du hast und welche Frist läuft.

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Rechtsstand Oktober 2026, ohne Gewähr. Arbeitsrecht kompakt, Folge 8, Stichwort ZEUGNIS.